Archive

Posts Tagged ‘Blasbeton’

Unser Haus bekommt Charakter

Bevor ich mit den Neuheiten des heutigen Tages beginne, kann ich jedem Häuslesbauer nur empfehlen, früh genug einen Küchenplantermin mit einem örtlichen Küchenfachgeschäft oder Möbeldiscounter zu vereinbaren. Die enge Planung der Küche ist nützlich für die Elektroinstallation und kann u. U. günstiger Ausfallen, als wenn man fertige Anschlüsse zur Planung präsentiert. Außerdem nimmt der Küchenplaner das Küchendesign ein wenig ab. Aus dem Küchendesign ergibt sich wiederum die Lage der Wasser- und Elektroanschlüsse.

Ansonsten kamen heute die Gipser. 7:30 Uhr waren Sie vor Ort und begannen mit der Arbeit. Auf die Ytong-Mauer wurde heute die Ausgleichsspachtel aufgezogen, Unebenheiten ausgeglichen und glatt gestrichen. Und das bei sehr wechselhaftem Wetter.

Allein am heutigen Tag waren 10 Helfer und Fachmänner auf der Baustelle. Allein ZIG war mit 4 Jungs für die Solarkollektorenmontage anwesend, wir kümmerten uns mit 2 Mann und einer Frau über den Tag verteilt um die Küchenbauerwunschinstallation der Elektroleitungen in der Küche und 3 Putzer waren auf der Baustelle. So voll war unser Haus bisher noch nie. Obwohl es noch im Rohbau steht.

Bei der Elektroinstallation der Küche sind Starkstromanschluss und der Backofenanschluss zu beachten. Der Backofen bekommt eine J-NYM 3×1,5 cm², die seperat mit 16 A abgesichert werden muss. Zuleitung, Starkstrom und Backofenschuko haben wir über den Boden verlegt. Dabei mussten wir wieder den Zementmörtel durchbrechen. Den Rest haben wir über die Decke verzogen. Die Wandverstärkungen für die Hängeschränke wurden knapp über 2 m montiert.

Unterputzdosen unter Putz gebracht

Heute war die Porenbetonwand zur Terasse hin dran. Nachdem wir am vergangenen Samstag die Bereiche für zwei Lampen und eine Außensteckdose festgelegt haben, ging es heute daran, die Kabel zu legen und die Unterputzdosen zu setzen.

Ich ging wie folgt vor:

  1. Mit einer 83er Bohrkrone die Aussparung für die Unterputzdose fräsen. Dafür reicht ein Akkuschrauber. Gasbeton lässt sich sehr gut von Hand bearbeiten. Eine Schlitzfräße benötigt man dazu nicht und ist eher kontraproduktiv. Das Loch muss noch mit Stechbeitel und Hammer nachgearbeitet werden.
  2. Mit einem 10er Mauerdurchbruchbohrer die Mauerdurchbrüche durch den Blasbeton bis zu den Werkstoffplatten bohren. Hier reicht die Schraubfunktion des Bohrhammers. Die Bohrhammerfunktion würde die Blasbetonsteine zertrümmern. Ein Tipp für die Leute mit Giebel: Am besten Schlitze für die Kabel zur nächst dünneren Wand legen. Durch den Giebel von ProHaus kommt man mit keinem Bohrer, da ist so viel Luft und Dämmmaterial drin, dass das nicht funktioniert.
  3. Mit Stechbeitel und Plastikhammer die Schlitze für dieJ-NYM 3×1,5 cm² Kabel in den Porenbeton einbringen. Dabei habe ich die Durchbrüche mit einer Wasserwage ebenerdig oben und unten verbunden. Setzt man den Stechbeitel mit der schrägen Seite zum Schlitz hin an, verhindert man ein Abplatzen anderer Bereiche im Porenbeton, die man nicht abgeplatzt haben will.
  4. Mit dieser langen Schraube kann man in den Sperrholzplatten die Durchbrüche markieren.

    Mit dieser langen Schraube kann man in den Sperrholzplatten die Durchbrüche markieren.

    Mit einer Langen Schraube wurden dann die Durchbrüche vom Außendurchbruch aus durch Eindrehen in Styroporisolierung und Werkstoffplatten markieren. Dabei muss die Werkstoffplatte vollkommen durchschraubt werden. Vom Montageteam verbleiben genügend Schrauben der Größe, wie rechts im Bild gezeigt auf der Baustelle. Ich habe es auch mit dem Ausmessen versucht und mich dermaßen vermessen, so dass ich vom Ausmessen abraten muss. Besser ist die Variante mit der langen Schraube.

  5. Von Innen an der Schraubenmarkierung mit einem 10 Holz- oder Metallbohrer den Werkstoffplatten und Isolationsdurchbruch vollziehen.
  6. Kabelverlauf des Außendurchbruchs im Ständer.

    Kabelverlauf des Außendurchbruchs im Ständer.

    Danach das Kabel bis zum Schaltschrank einziehen. Und beim Einführen der Kabel nicht zimperlich sein. Durch die Styroporisolierung kann es ab und an wo klemmen. Zum Teil kann man das Klemmen verhindern, indem man ein zwei mal mit dem drehenden Bohrer in das Bohrloch ein- und wieder ausfährt. Das bringt das Styropor zum Bröseln. Dieses abgebröselte Styropor kann schon nicht mehr stören. Wir entschieden uns dafür, die meiste Elektrik im EG über den Boden zu verlegen. Dafür brach ich die Untermörtelung teilweise mit dem Bohrhammer wieder auf, so dass wir die meisten Kabel durch diese Durchbrüche verlegen können. Danach wird mit Quellmörtel wieder untermörtelt.

  7. Kabel zur Außenseite hin ablangen, so dass ein gutes Stück Kabel (ca. 1. m) aus dem Durchbruch schaut.
  8. Isolierung mit Dampfbremsfolienkleber

    Isolierung mit Dampfbremsfolienkleber

    Isolation der Kabeldurchbrüche mit durchgeführtem Kabel mit Hilfe von Dampfbremsfolienkleber. Ich werde sehen, ob das reicht. Ansonsten muss man mit Winddichtklebeband nachdichten.

    Setzen der Unterputzdose

    Am Schluss muss dann noch die Unterputzdose gesetzt werden. Dabei muss am Rücken der Dose ein großer Haufen an Betonspachtel (am besten in der Hälfte der Dose) aufgebracht werden. Danach wird die Dose in die vorher mit dem Bohrkranz ausgefräßte Vertiefung gedrückt. Es quillt die Spachtelmasse auf den Seiten nach vorne raus. Leider auch in der Mitte bei den diversen Sollbruchstellen der Dose. Dies lässt sich aber nicht verhindern. Die Spachtelmasse, die in die Dose kommt, muss sofort mit der Spachtel entfernt werden. Danach erfolgt das Eingipsen der Dose von der Seite her. Dazu wird in ganz kleinen Portionen die Spachtelmasse zwischen Porenbetonwand und Dose gedrückt. Am Schluss wird porenwandbündig noch fein verspachtelt, so dass die Dose insgesamt auch optisch gut eingegipst ist.

    Ein Tipp noch für das Eingipsen der Unterputzdose:Die Unterputzdose muss immer so eingegipst werden, dass die Schraubenvorrichtungen ebenerdig horizontal oder im 90° Winkel zum Boden verbleiben. Dann lassen sich diese Vorrichtungen auch für das Innenleben der Dose nutzen und die Steckdosen können gerade in die Wand eingebaut werden. Ansonsten müssen die Steckdosen schräg montiert werden.

    J-NYM-Kabel können ohne bedenken eingegipst, einbetoniert und eingespachtelt werden. Sie werden nicht von Gips und Beton angegriffen.

    Hier soll noch die Evolution der Eingipsversuche gezeigt werden:

    Mein Glanzstück des Setzens der Unterputzdose

    Mein Glanzstück des Setzens der Unterputzdose. Hier kommt mal ne Steckdose rein.

    Schon besser gesetzt

    Schon besser gesetzt. Hier kommt mal ne Lampe dran.

    Mein Probestück im Setzen der Unerputzdose.

    Mein Probestück im Setzen der Unerputzdose. Hier kommt mal ne Lampe dran.

Die Fassade steht

Die Fassade von Hinten

Die Fassade von Hinten

Am Montag rückten die Maurer aus Nordhorn an und zogen innerhalb von 4 Tagen die vier Ytong-Wände hoch. Es empfiehlt sich immer, die Jungs bei Laune zu halten (Bier, hier und da mal ne Brezel). Jetzt müssen die Putzer kommen, um die Fassade fertigzustellen.

Nicht so schön, war heutige Post von der EnBW. Man muss ohne Mehrspartenanschluss alleine schon schlappe 1700 EUR rechnen.

Die letzten vier Tage wurde von uns weiter an der Elektroinstallation im DG gebastelt. Man glaubt nicht, wie viel Zeit für die Geschichte draufgeht. Im Moment haben wir die Leerrohre für die Zuleitungen von 3 Räumen verlegt und arbeiten am Legen der Zuleitungen (5 x 1,5 mm NYM, wobei bei Nichtgebrauch 2 der 5 Phasen einfach abgezwickt werden).

Wichtig bei der Leerrohr bzw. Kabelverlegung: Keine rechtwinklig abgebogene Ecken legen, alles schön in großen Schlaufen. Am besten die Schlaufenlegerei vermeiden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Vorauseilender Gehorsam

Nachdem wir gestern den Sockel gut zur Hälfte grundiert haben und ich mit unserem Maurerpolier telefoniert habe, stand heute schon ohne dass wir die Fassade abgerufen haben jede Menge Ytong vor unserer Hütten. Kaum reißt das Wetter auf, geht es wohl Schlag auf Schlag und wir liegen im Moment wohl recht günstig im momentanen Auftragsgebiet unserer norddeutschen Mauerer. Unsere norddeutschen Mauerer bringen ihr Gerüst gleich mit. Dass es Schlag auf Schlag geht, ist zwar schön, bringt uns und unserem Erdbauer aber ein wenig mehr Stress ein: Die Erdarbeiten sind nicht ganz abgeschlossen und müssen vor dem Verputzen fertig sein. Naja, schauen wir mal, wie wir das Schnittstellenmanagement auf die Reihe bekommen.

Das Video zeigt die knapp 10 Paletten Ytong-Steine für die Vormauerschale. Sie wurden wunderbar um unser Loch, Container und unser Rigips gebaut.