Wilder Garten

Muss alles gepflegt sein und Ordnung haben, um schön zu sein? Oder kann sich Schönheit in ein kleinwenig in Wildheit spiegeln?

Im Moment habe ich den Gedanken an Duftrasen aufgegeben. Mein Thymian und meine römische Kamille wachsen ein wenig langsam um schnell flächendeckend große Areale besiedeln zu können. Aber was lange währt wird meistens gut. Ich bin guter Dinge, dass Thymian und Kamille auf Zeit spielen und dann doch noch die Gartenherrschaft an sich reißen.

Ich lass nun ein Stück Wildheit zu. Wildkräuter wie gewöhnliches Ferkelkraut, Kamille, Hundskamille, kriechender Hahnenfuß, Spitz- und Blattwegerich, Wilde Möhre, Margarite und Schafgarbe (um nur einige wenige zu nennen) breiten sich aus und bieten ein Festmahl für vielerlei Blütenbewohner wie Prachtkäfer, Hummeln, Schwebefliegen, Solitär- und Staatenbildenden Bienen. Mit den Insekten kommen Vögel wie Gartenrotschwanz, Amsel, Pirol, Buchfink, Bachstelze, Rotkehlchen und natürlich Raben in den Garten. Wobei, mein Stück Wildheit ist den Raben wohl ein wenig zu wild. Sie halten sich eher auf dem Nachbargrundstück auf.

Ich lass diese Wildheit zu, da ich

  1. wenig Zeit im Moment habe um Ordnung zu schaffen und
  2. Schauen möchte, was sich so alles in einem Stück Wildheit tummelt und sammelt. Und hier kommt halt mein Forscherdrang raus.

Auf jeden Fall kämpfe ich gegen eigene und fremde Ordnungswünsche an. Mein aus Wurzeln und Grasnarben gebauter Unterschlupf für z.B. einen Igel ist nach wie vor nicht bewohnt. Es geht halt langsam in der Natur zu. Vielleicht eine Erinnerung daran, einmal aus dem stressigen Alltag auszubrechen, sich zu Erden, eins mit der Natur zu werden.

Mähen? In der Blühphase der „Unkräuter“ für mich im Moment nicht wirklich relevant. Ich danke an dieser Stelle meinen geduldigen Nachbarn, die meine Unordnung im Moment noch tolerieren.

Selbst einen Schneckenschnekel habe ich (allerdings auf dem Gartengrundstück meiner Nachbarn) gefunden. Schneckenschnekel sind die Raubtiere unter den Schnecken, denn Sie machen Jagd auf andere Nacktschnecken, die z.B. an den Salat wollen.

Ich poste euch hier mal ein Bild von einem Tigerschnekel, den ihr auf keinen Fall tot machen dürft. Er ist wirklich nützlich.

Der Tigerschnekel (Räuber unter den Nacktschnecken) ist ungefähr eine erwachsene Hand lang und hat eine auffällige Tigerung auf dem Körper. Für eine Nacktschnecke bewegt er sich ungewöhnlich schnell (was auch sein muss, wenn er seine potentiellen Artgenossen zum Futtern einholen muss).

Zunehmende Trockenheit in unseren Gefilden, Hitze und Dürre werden eine neue Art des Gartenanbaus prägen müssen. Und für diese neue Art des Gartenbaus ist es wichtig, dass altbewährte ökologische Kreisläufe mit einbezogen werden. Hier gehört auch ein Stück Wildheit dazu.

So, nun habe ich genug geschrieben. Im Anschluss kommt eine kleine Bildergalerie, die euch hilft euch selbst eine Meinung über Wildheit im Garten zu bilden. Viel Spaß mit den Fotos und deren Erläuterungen.

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